Höchstwertung und Sieg für Theresa Sperling aus Nordhorn

Der 15. Rheinhexenslam ließ im Hinblick auf Qualität, Tempo und Spannung keine Wünsche offen.

Die eingefleischten Fans des Rheinhexenslams unter den rund 120 Besuchern in der Aula des SJG waren sich einig, dass der 20. Mai 2016 einen besonderen Eintrag in der Chronik verdiente. Noch nie hatte eine Teilnehmerin vom Startplatz 1 aus gewonnen. Bei der ersten Wertung ist das Publikum nämlich meist so zurückhaltend, dass der Rückstand später nicht mehr aufgeholt werden kann. Theresa Sperling aus Nordhorn schaffte es. Sie konnte dieses Manko mit ihrem Text „Was ich meinen Söhnen nie sagen würde“ durch eine sensationelle 10er-Wertung der kompletten Publikumsjury – auch dies ein Novum – ausgleichen und überholte so in der Rückrunde noch Gerhard Horriar aus Aachen um einen Punkt. Der hatte mit 93 Punkten als sicherer Finalteilnehmer gegolten. Vor allem sein Erstrundentext „Alt sein“ hatte den Saal vor Lachen erbeben lassen und ihm 49 Punkte, also fast die Höchstwertung, beschert. Auch der sehr starke Kölner Christian Gottschalk vom „Verein der Freunde des Münzfernrohrs“ (90,5) sowie Sarah Kersting aus Euskirchen (84) hatten da das Nachsehen.

Im Finale stand Sperling dann dem Kölner Nils Frentzel (93,5 Punkte) gegenüber. Der hatte mit der satirischen Titelgeschichte aus seinem Buch vorgelegt: „Warum ich lieber mit einem Bauarbeiter in der Badewanne liegen würde als mit der Jurastudentin“. Die Gymnasiallehrerin konterte mit einem bewegenden Text über ein abgeschobenes Flüchtlingsmädchen („Menschen kann man abschieben, ihre Träume nicht“) und gewann die Applausabstimmung und den Hexenturm aus Silber aus dem CF-Atelier.

Steffi Scherer von RHEINBACH LIEST, „die Frau, ohne die wir heute alle nicht hier wären“, wie der gut aufgelegte Moderator Lasse Samström wie stets hervorhob, war sehr zufrieden mit der guten Mischung der Texte zwischen Humor und Nachdenklichkeit und dem tollen Feedback aus dem Publikum. Sie freut sich schon auf den nächsten Rheinhexenslam am 28. Oktober im Rheinbacher Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: „Da werden wir wieder ein richtig starkes Teilnehmerfeld zusammenstellen.“ Bis dahin lassen die Lyriktage Anfang Juni und der 5. LiedStrich am 3. September keine Langeweile aufkommen.

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