Rheinhexenslam feiert seinen 20sten

Am 28. September um 19:30 Uhr gibt es zum 20sten Mal hochklassigen Poetry-Slam in Rheinbach. Beim Jubiläum des Rheinhexenslams in der VPK-Aula begrüßt Moderator Lasse Samström sechs handverlesene Wortakrobaten. In einer Doppelrunde hat jeder Künstler jeweils sechs Minuten Zeit, die Publikumsjury zu überzeugen. Im Finale wird dann über eine Applausabstimmung der Hexenturm aus Silber aus dem CF-Atelier ausgespielt. Ein riesiger Spaß und dabei große Kunst!

Zu den bisherigen Siegern gehörten schon Poetry-Slam-Legenden wie Florian Cieslik, Anke Fuchs, Sulaiman Masomi und Julia Engelmann. Wir versprechen auch das line-up bei der Jubiläumsausgabe wird hochkarätig und zudem gibt es diesmal „Flüssiges aus der Hexenküche“.

Der VVK ist angelaufen. Karten gibt es zum Preis von 9,00 € (ermäßigt 6,00 €) bei den Kooperationspartnern, der Buchhandlung Kayser und der Öffentlichen Bücherei St. Martin (Abendkasse zzgl. 2,00 €).

19. Rheinhexenslam in der VPK-Aula

Zum nunmehr neunzehnten Mal lädt der Verein "Rheinbach Liest" zum RheinHexenSlam ein: fünf Poeten, die um die Gunst des Publikums buhlen, das mittels Juryabstimmung in der doppelten Vorrunde über die Finalteilnahme und letztlich über die Gewinnerin oder den Gewinner des silbernen Hexenturms entscheidet. Die 19 ist eine Primzahl und sieht in römischer Darstellung perfekt symmetrisch aus: XIX. Aus diesem Anlass werden die Slammer in historischer Kulisse auftreten: an der legendären Adresse Pallottistraße 1 öffnet am 9. März ab 19 Uhr die Aula des VPK ihre Pforten.

In Kooperation mit dem "Freundeskreis Pallottistraße 1", der sich unter dem Motto „VPK - Viel Platz für Kultur“ für den Erhalt des Standorts als kulturelles Zentrum einsetzt, sind künftig weitere "Rheinbach Liest"-Veranstaltungen in Planung.

Hausherr Pater Horst Liedtke SAC erwartet die Gäste mit großer Vorfreude: "Wenn mit diesem gelungenen Auftakt endlich wieder die bestehenden Räume an der Pallottistraße 1 bespielt werden, dann sind wir als direkte Anwohner mehr als glücklich."

Moderator Lasse Samström, der selbst "Pallotti-Insasse" war, freut sich trotz der inzwischen abgerissenen Schülerheime bereits über seinen Einsatz an alter Wirkungsstätte zwischen Klostergarten und Kohlrouladenduft: "Und ich selber bin, was sonst ich auch wurde, eines immer geblieben: ein Interner von Schülerheim Drei."

Karten im VVK sind ab sofort für 9 € (ermäßigt 6 €) bei den Kooperationspartnern, der Buchhandlung Kayser und der Öffentlichen Bücherei St. Martin erhältlich (Abendkassenzuschlag 1 €).

Brötchenliebe, Beatboxen und Kartoffelbrei

Beim 18. Rheinhexenslam vor 200 Besuchern im Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg setzte sich die 23-jährige Luca Swieter aus Aachen in einem jungen Teilnehmerfeld durch. Die Rheinbacherin Lara Schmidt deutet ihr Talent an.

„Ich hatte ordentlich Fracksausen“, bekannte Julius Esser beim „After-Show-Bierchen“ freimütig. Die Moderation des renommierten Rheinhexenslams war dem 27-jährigen vielseitigen Bühnenkünstler ausgezeichnet gelungen. Souverän, schlagfertig und zügig führte er zum ersten Mal durch den Dichter-Wettbewerb mit Vorrunde, Rückrunde und Finale. Zuvor hatte Gerd Engel, 2. Vorsitzender von Rheinbach liest e.V., dem Publikum erklärt, dass man zu einem Konzept mit wechselnden Moderatoren übergegangen sei. „Lasse Samström werden wir hier auch wieder sehen“, machte er allen Fans des Urgesteins Hoffnung.

Zum vierten Mal fand der Rheinbacher Poetry-Slam im großen Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg statt, als Kooperationsveranstaltung mit dem beliebten Autorenformat „Zu Gast auf dem Sofa“ der Hochschul- und Kreisbibliothek. Deren Leiter, Dr. Armin Erhardt, war „von der Vielfalt der Text- und Vortragsstile begeistert“.

Sven Henseler (22) aus Bochum arbeitete sich beispielsweise in einem deftigen Text an seinen Eltern ab, die ihm einst vorwarfen, er sei wie eine Pizza Margaritha und habe „nicht viel drauf“. Seiner Oma schrieb er eine Ode an den von ihr zubereiteten Kartoffelbrei. Luca Swieter (23) aus Aachen performte eine Lobeshymne auf das Morgenbrötchen und nahm sich selbst auf die Schippe, als die Frau, die nie auf Partys eingeladen werde („Super, weil man in der Zeit gut Sachen erledigen kann.“).

Der Paderborner Singer-Songwriter August Klar (27) hatte einen frischen Text im Gepäck („gestern und heute entstanden“), dem unschwer zu entnehmen war, dass er unter Liebeskummer leidet. In der Rückrunde erklärte er, diesen „habe er mehr für sich geschrieben“ und zeigte dann eine ganz andere Seite. Mit Beatboxen, dem kunstvollen Bearbeiten des Mikrophons mittels Atem, Lippe, Zunge und Stimme, sei es ein Leichtes, „Erfolg bei Frauen zu haben“. Dürfte dies auch Ironie gewesen sein, für das Beatboxen und das Nachahmen von Tiergeräuschen bekam August Szenenapplaus.

Lara SchmidtMüsli aus Euskirchen

Der folgende Performer mit dem Künstlernamen „Müsli“ war aus Euskirchen angereist und zeigte sich davon begeistert, wie viele Menschen in Rheinbach zum Poetry-Slam kommen. Sein Text über einen dementen Alten mit Nazi-Vergangenheit habe „hier zum ersten Mal Applaus gekriegt“. Leonie Ader erzählte in bewegender Poesie von „ihrer Freundin Anna Mia“, die sich im Verlauf des Textes als ihre überwundene Magersucht herausstellte. Auch ihr Rückrundentext über die Auseinandersetzung mit Intoleranz und einem geschätzten Bekannten, der die AfD gewählt habe, bewiesen, dass Slam-Poetry auch politisch sein kann.

Folgerichtig bekam die Lehramtsstudentin die zweitmeisten Punkte von der Zufallsjury im Publikum und durfte mit Luca Swieter ins Finale, in der die Aachenerin schließlich das bessere Ende für sich hatte. Ehrliche Freude über den Hexenturm aus Silber aus dem CF-Atelier bei Swieter: „Das ist das Coolste, was ich je bei einem Slam bekommen habe. Zuletzt gab es eine Picknickdecke.“

Wie sehr Poetry-Slam ein Zukunft in der Glasstadt hat, bewies auch die 16-jährige Lara Schmidt, die außer Konkurrenz zwei starke Texte vortrug, darunter ihren „Herzklopfen“-Gewinnertext „Lass mal fliegen“. Viele im Publikum waren wegen ihr gekommen. Nicht nur deswegen war der Applaus bei der Schülerin des Städtischen Gymnasiums besonders kräftig. Auch die anderen Slammer bestätigten: „Ein großes Talent!“

made by adfacts . integrierte Kommunikation KG