„Am Weihnachtsbaume … die Lichter brennen!“

Die WDR-Sprecher Regina Münch und Martin Groß begeisterten in der Gnadenkirche mit liebevoll zusammengestellten Weihnachtsgeschichten und -gedichten. Die Gruppe „christmasküttcheznous“ sowie die jungen Solisten Florian Plücker (Klavier und Geige) und Katja Krancke (Querflöte) lieferten die Musik.

Wie schön oft gehörte Gedicht wie Storms „Knecht Ruprecht“ oder Eichendorffs „Weihnachten“ klingen, wenn zwei professionelle Sprecher sie neu zum Leben erwecken, konnte man am 2. Adventsonntag in der Rheinbacher Gnadenkirche erleben. Auch die bei Kerzenlicht vorgetragenen Geschichten zwischen Humor und Nostalgie von Hans-Dieter Hüsch, Rheinbachs Heimatdichter Bernd Schumacher, James Krüss oder Astrid Lindgren ließen die Besucher eintauchen in die besondere Vorweihnachtsstimmung. Die beiden Rheinbacher vom Römerkanal verstehen ihr Handwerk einfach. Das gekonnte Zusammenspiel von Sprechrhythmus, Dynamik, Tempowechsel, Stimmeinsatz und Textmelodie braucht keinen Vergleich zu scheuen. Die Zuhörer dankten es immer wieder mit spontanem Zwischenapplaus.

Der 11-jährige Musikschüler Florian Plücker verblüffte mit Klavierimprovisationen, die die Texte nachklingen ließen. Und dann war da noch die Gruppe „christmasküttcheznous“ mit zwischendurch dargebotenen internationalen Weihnachtsliedern von „God rest ye merry gentlemen“, „La laine des moutons“ über traditionelles skandinavisches Liedgut bis zu der kölschen Fassung von „Hark, the herald angel“. Zu der Gruppe gehören mit Fabienne Löhr (Gitarre und Gesang), Dirk Plücker (Klavier), Christiane Bröckelmann (Alt) gleich drei aktive Gemeindemitglieder. Die „Quotenkatholen“ Gerd Engel (Bariton) und Bettina Apfel (Sopran) gehören schon zur Urbesetzung der ursprünglich als Weihnachtsmarkt-Projekt gestarteten Combo.

Im Mittelpunkt aber stand das schöne Vorlesen, zuerst für die Erwachsenen und später für die Kinder. Dabei machten auch verschiedene Kinder als Aktive eine gute Figur, wie die 9-jährige Lena Schäfer mit James Krüss‘ „Weihnachtsmaus“ oder die Groß-Kinder Mia und Malte bei Bartos-Höppners „Schnüpperle“-Geschichte. Regina Münch zeigte im Märchen vom „Steenedaler“, dass sie durchaus rheinische Mundart beherrscht und der gebürtige Hamburger Martin Groß berlinerte ganz passabel in der Geschichte über den Berliner Marzipanbäcker im Schützengraben des ersten Weltkriegs. Am Schluss sangen alle gemeinsam mit den Besuchern „Tochter Zion“. Das war so festlich, dass man den Weihnachtsbaum aus dem Veranstaltungstitel nicht vermisste.

Ein schöner Nebenzweck war das Sammeln von Spenden für die Neugestaltung der Spiel- und Leseecke im Foyer der Gnadenkirche. Pfarrerin Gudrun Schlösser und Gemeindepädagogin Manuela Rottschäfer freuten sich über den Anstoß von Rheinbach liest e.V. zu dieser gelungenen Kooperation. „Die Resonanz war so gut, dass es hoffentlich eine Fortsetzung gibt“, so die Initiatoren unisono.

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