Martin Groß und Charlotte Welling lesen im Kallenturm

„Rheinbach liest vor“: Zum Bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen gibt es am 14. und 15. November wieder zahlreiche Leseveranstaltungen für Kinder und Jugendliche, diesmal im historischen Kallenturm.

Das Konzept für einen unterhaltsamen Nachmittag ist so einfach wie bewährt: Kaminfeuer, Kekse und volle Konzentration auf ein Buch. Diesmal flackert das Feuer nicht wie sonst im Hexenturm, sondern im nicht minder historischen Kallenturm bei den Pfadfindern vom Stamm St. Georg. Kein Geringerer als der Rheinbacher WDR-Sprecher Martin Groß liest am 14. November bei „only boys“ für Jungen von 8 bis 11 Jahren aus dem Buch „Jake Turner und das Grab der Smaragd-Schlange“. Parallel dazu gibt es in der Öffentlichen Bücherei St. Martin für die Kinder von 4-7 Jahren eine Spezialausgabe von „Reisen ins Geschichtenland“ mit einem Bilderbuchkino.

Am Tag danach, Freitag, den 15. November, haben die Mädchen bei „only girls“ das Vergnügen mit Schauspielerin Charlotte Welling und dem Buch „Stella Montgomery und die bedauerliche Verwandlung des Mr. Filbert“. Die anschließende Veranstaltung „Lieblingsbücher & Co“, der Einfachheit halber oft auch KJG-Abend genannt, ist diesmal in die beliebte „Lange Lesenacht“ der KJG integriert und wird in Kooperation mit dem Georgspfadfindern durchgeführt. Hier sitzt die Lesejugend ab 19:00 Uhr ebenfalls gemütlich am Kamin und liest sich bei Kaminfeuer und leckeren Brötchen die eigenen Lieblingsbücher vor. Die Teilnahme an der gesamten KJG-Lesenacht ist optional.

Daniela Hahn, Leiterin der Öffentlichen Bücherei und wir von Rheinbach Liest sind sehr froh über die Bereitschaft der Georgspfadfinder, den RLV-Veranstaltungen zum kommenden Bundesweiten Vorlesetag und ebenso dem von der Bücherei organsierten traditionellen Vorlesen für die fünften Klassen der Rheinbacher Schulen am Vormittag ein Ausweichquartier zu geben: „Der Hexenturm bekommt ein Jahr Pause, bis die von der Stadt geplanten baulichen Maßnahmen für die Feuererstätte umgesetzt sind.“

Am Samstag, den 23. November, heißt es beim Rheinbacher Vorlesewettbewerb für Grundschüler wieder: „Laut oder deutlich!“. Die besten Vorleser der Stufe 4 der fünf Rheinbacher Grundschulen unterhalten das Publikum mit einer schönen Lesestelle aus ihrem Lieblingsbuch.

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos. Anmeldungen und Infos unter der Emailadresse This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

„Rheinbach liest vor 2019“ im Überblick

  • 14.11.: „Reisen ins Geschichtenland – Bilderbuchkino“, 16:30 – 17:30 Uhr, Pfarrzentrum am Lindenplatz
  • 14.11.: „only boys“ im Kallenturm mit WDR-Sprecher Martin Groß, Treffpunkt: 16:30 Uhr an der Bücherei, Abholzeit dort: 18:00 Uhr
  • 15.11.: „only girls“ im Kallenturm mit Schauspielerin Charlotte Welling, Treffpunkt: 16:30 Uhr an der Bücherei, Abholzeit dort: 18:00 Uhr
  • 15.11.: „Lieblingsbücher & Co“ im Kallenturm von 19:00 – 21:00 Uhr im Rahmen der langen Lesenacht.
  • 23.11.: „Laut oder deutlich!“, Vorlesewettbewerb für Grundschüler, Bücherei/Pfarrzentrum Wormersdorf (Kantenberg 16), 15:00 – 17:00 Uhr

Beachten Sie auch unsern aktuellen Flyer mit Veranstaltungen bis November 2019.

Rheinbach liest vor: Sehr zu empfehlen …

Bei der Vorstellung der neuen Empfehlungsbroschüre „VORLESEN“ in der Öffentlichen Bücherei St. Martin herrscht bei den Initiatoren von Rheinbach Liest und seinen Kooperationspartnern Stolz vor.

Auf 20 Seiten findet sich eine praxiserprobte Positivauswahl von Kinder- und Jugendbüchern. Die Spanne reicht von 2 bis 16 Jahren. „Wir haben zu unserer eigenen Entlastung den Erscheinungstermin so verschoben, dass wir in aller Ruhe die für uns schönsten Bücher aus dem Erscheinungsjahr 2018 aussuchen konnten“, erklärt unsere 1. Vorsitzende Monika Flieger als Kopf des kleinen Redaktionsteams.

Die Auswahl ist natürlich subjektiv und die kurzen Besprechungen deswegen meist personalisiert. „Das macht unsere Broschüre auch so besonders“, findet Melanie Kriegel, die nicht nur mit der ganzen Familie „testgelesen“ hat, sondern auch dem RLV-Redaktionsteam angehört. Leseratten, Bücherfreunde, Pädagogen, Buchhändler, Büchereimitarbeiter und engagierte Mitglieder des Vereins zur Leseförderung haben ihre Empfehlungen hinterlassen.

Für die professionelle graphische Arbeit hat Steffi Scherer von der Agentur „adfacts“ wieder einmal einige Nachtschichten eingelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhte Auflage von 5.000 Exemplaren wird derzeit über die Kitas und Schulen sowie an den diversen Auslegestellen in Rheinbach, Meckenheim und Swisttal an die Familien verteilt.

Auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz ist zur Präsentation gekommen. „Es ist beeindruckend, dass dieses Gesamtkunstwerk bereits sieben Jahre hintereinander erscheint und immer wieder neue Akzente setzt“, so der sichtlich stolze erste Bürger und nimmt sich gleich ein paar Exemplare mit, bevor er zu einer Ausschusssitzung entschwindet. Buchhändler Christoph Ahrweiler und Büchereileiterin Daniela Hahn fachsimpeln derweil über ihre persönlichen Favoriten und stellen fest: „Zum Glück geht der Nachschub nie aus.“

„In diesem Jahr haben wir auf einer Themenseite mit Sachbüchern und Geschichten über Bienen einen Schwerpunkt gefunden“, erläutern Nicole Denke und Elke Weyers aus dem Redaktionsteam und gestehen, dass in diesem wachsenden Segment der Neuerscheinungen die Auswahl besonders schwer gefallen sei.

Die weitere Planung sieht vor, dass insbesondere die Grundschulbüchereien und Kitas nun mit einer individuellen Auswahl der ausgezeichneten Bücher ausgestattet werden. „Wir wollen nicht nur einen Leitfaden für gute Kinder- und Jugendliteratur anbieten, sondern auch die Einrichtungen in Rheinbach beim Aufbau und Erhalt eines guten Buchbestands unterstützen“, kündigt Monika Flieger an. Dabei hilft nicht nur die Vereinskasse von Rheinbach Liest sondern vor allem eine großzügige Spende der Fassbender-Tenten-Stiftung.

Die Broschüre kann als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Herz trifft Zwerchfell

Begeisterter Beifall beim Rheinbach-liest-Abend „tȇte-à-tȇte“ mit der Liedermacherin Anika Auweiler und der Lesebühne „Stuss mit Lustig“ im CF-Atelier. Erlös für die „Bücherüberraschung“ und den Waldkindergarten.

Eine Lesebühne, die sich „Stuss mit Lustig“ nennt und bevorzugt Zwerchfellattacken reitet und die gefühlvollen Lieder eine brillanten Sängerin – passt das zusammen? Es passte. „Gerade die Mischung hat mich voll abgeholt“, befand Gastgeberin Nadia Fassbender und sprach damit dem Publikum aus dem Herzen.

Zudem ist die sympathische Wahlberlinerin Auweiler mit einem herrlichen Mutterwitz ausgestattet und frotzelte bedenkenlos mit einem Gast aus der ersten Reihe: „Normalerweise gibt man ja nicht zu, dass man aus Leverkusen kommt.“ Mit fantastisch getexteten Liedern wie „Es geht gut aus“, „Liebe für mich“ und „Regentropfen“ schaffte sie es, das Publikum zu berühren. Ganz ohne Effekte füllte die weiche und zugleich kraftvolle Stimme der Künstlerin den Raum aus.

Die musikalischen Blöcke lösten sich regelmäßig mit kurzen Lesestücken ab. Der Erftstädter Johannes Engel eröffnete mit pointenreichen Gedichten über Ministergehirne und einen Orientierung suchenden Fallschirmspringer, die er in unnachahmlich verschmitzter Manier vortrug. Julius Esser aus Brühl berichtete Selbsterlebtes aus dem Straßenverkehrsamt in Hürth und kitzelte das Zwerchfell der begeisterten Zuhörer. Der Rheinbacher Gerd Engel suchte nach den besonderen Merkmalen der Rheinbacher und kam nach einem humorvollen Parforceritt durch die Geschäftswelt entlang der Hauptstraße zu dem Schluss, dass sich die Rheinbacher Identität letztlich vor allem durch die dünkelhafte Abgrenzung zum „gemeinen Apfelstädter“ ergebe.

Originell auch der gemeinsame Block „Genial oder trivial?“. Bei diesem lasen die Protagonisten des Abends Kostproben aus dem Rheinbacher Bücherschrank vor. Manchmal nicht so einfach, gewöhnlichen Kitsch von delikaten „tȇte-à-tȇte“-Passagen aus der Hochliteratur zu unterscheiden. Zum Ausklang besangen sie die gute alte Weihnacht in den 50er und 60er Jahren in der Parodie eines Metallica-Songs: „Alles voller Lametta“.

Der Erlös des Abends ging zur Hälfte an die Aktion „Bücherüberraschung“ von Rheinbach liest e.V. und zur anderen Hälfte an den von einem Brand betroffenen Waldkindergarten, denn „die Bücher in den Bauwagen sind ja ebenfalls verbrannt. Da muss jetzt etwas Neues her!“, so Rheinbach-liest-Vize Gerd Engel in spontaner Abstimmung mit dem Team aus dem CF-Atelier.

made by adfacts . integrierte Kommunikation KG