Gedichte zum Schmunzeln und Lachen

Beim Auftakt der Rheinbacher Lyriktage feuert Johannes Engel mit seinem ersten Soloprogramm „Engelsgeduldsfadenkreuzweise“ ein kunstvolles lyrisches Pointenfeuerwerk ab.

Am Ende des Abends huldigt der 48-jährige Johannes Engels, im Hauptberuf Lehrer für Mathematik und Physik, seinen Vorbildern: Erhardt, Kästner, Morgenstern, Gernhardt, Roth und Ringelnatz. Und bedauert in perfektem Metrum: Hätte er doch nicht nur Schreibzeug, sondern das Zeug zum Schreiben wie sie. Mit Verlaub, Herr Engel, die Bescheidenheit ehrt Sie, doch das Zeug ist in Fülle vorhanden! Die sechs und einige andere, wie Wilhelm Busch und Günter Nehm, sahen am vergangenen Freitag sicher wohlwollend und hingebungsvoll schmunzelnd aus dem Humoristenhimmel hinunter auf den Erftstädter, der das Rheinbacher Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

Mehr als 50 Freunde humorvoller Lyrik hatten sich zum Auftakt der Rheinbacher Lyriktage im Pfarrzentrum St. Martin eingefunden. Und sie brauchten Ihr Kommen nicht zu bereuen. Über zwei kurzweilige Stunden verband Johannes Engel seine wunderbaren Gedichte mit trocken präsentierten Bonmots, Statistiken, Zitaten und verblüffenden Fakten. Und so erfuhr man von absonderlichen Fragestellungen in Doktorarbeiten, dem verblüffenden Vergleich der Anzahl der Lehrstühle im Bereich der bundesrepublikanischen Genderforschung mit denen des Marxismus-Leninismus in der DDR ebenso wie vom Geschlechterwechsel bei den Clownfischen. Zwischendurch schritt Engel unvermittelt immer wieder zu seinem E-Piano, um eine weitere Fortsetzung  seiner gesungenen Grabsteinlyrik zu begleiten.

Zwanglos und verschmitzt arbeitete er seine Themen ab: Berufe wie Jurist, Mathematiker, Arzt und immer wieder das Verhältnis von Mann und Frau. So wie Morgenstern seinen Korf hat, Gernhardt seinen Dichter Dorlamm, hat Enge

l seinen Herrn May, den er gekonnt reimend durch das Feuer des (Ehe)lebens schickt.

Nicht jeder Lyriker kann Kabarett, Johannes Engel ist ein Lyriker, der auch Kabarett kann. Gutes Timing, nie polternd, immer mit verschmitztem Augenzwinkern oder aber staubtrocken auf das Zwerchfell.

Namensvetter Gerd Engel von RHEINBACH LIEST dankte dem Künstler mit Blumen und war ein bisschen stolz darauf, dass das Lyriktage-Team des Vereins den Bühnenpartner von Lothar Tolksdorf und zweimaligen Teilnehmer der TextProbe zum Solodebüt ermutigt hatte: „Du weißt wahrscheinlich noch gar nicht, wie gut du bist. Hier hast du alle total umgehauen. Bring die anderen Städte in Deutschland auch noch zum Lachen.“

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