Sturm und Drang ganz ohne Ball - dafür mit vielen Hüten

Furioser Abschluss der Lyriktage mit Stephan Tackes Adaption von Schillers Räubern am 12. Juni im Katholischen Pfarrzentrum am Lindenplatz

Dem Quotenhit aus der Zeit des Sturm und Drang, mit dem Friedrich Schiller im Jahr 1782 schlagartig berühmt wurde, hat sich der junge Schauspieler Stephan Tacke verschrieben. Obschon ein Drama bildete „Die Räuber – frei nach Schiller“ den Abschluss der Lyriktage. „Wir wollten Stephan Tacke einfach haben und haben ihn mit seiner Inszenierung kurzerhand in die Reihe eingebaut“, erklärte Sabine Post von RHEINBACH LIEST.

In dem Kammerspiel zeigte der Wuppertaler, dass man als Ein-Mann-Unternehmen für viele Rollen nur ein paar ausgewählte Requisiten (Hüte – und zwar für jede Figur einen!) braucht und mit Nuancen in Gestik, Mimik und Stimme eine ganze Räuberbande und das gesamte weitere Schillersche Bühnenpersonal samt der treuen Geliebten Amalia darstellen kann. Eine bravouröse Leistung, die das Publikum schon zur Pause mit kräftigem Beifall honorierte. Nach der Pause ließ die Spannung nicht nach, im Gegenteil. Mit unglaublicher Energie und kraftvoller Präsenz zog Tacke seine Zuschauer in den Bann des Bruderkonflikts. Auch der anwesende Fernsehschauspieler Jochen Stern aus Bonn lobte seinen jungen Kollegen, der auch mittels einer autobiographischen Rahmenhandlung eines verirrten Joggers im Wald, dem Original im wahrsten Sinne des Wortes Beine gemacht habe: „Mir hat das Stück ausgezeichnet gefallen.“

Das schönste Kompliment hatte Stephan Tacke für sein Publikum, das um der Kunst  Willen dem Fußballspiel England-Russland ferngeblieben war: „Ihr wart heute zahlenmäßig klein, hattet aber die Energie und die Aufmerksamkeit eines Europameisters.“

Annegret Müller, die sich um die Toneinspielungen gekümmert hatte, bedankte sich im Namen von RHEINBACH LIEST beim Kooperationspartner, der Öffentlichen Bücherei St. Martin, für die Zurverfügungstellung des Pfarrzentrums sowie bei Harvey Scherer von 4events für die Bühnentechnik.

Helden, Helfer, Schicksale

Den Auftakt der Lyriktage im Rheinbacher Bonifatiushaus gestalteten die Mädchen der 7a des Sankt-Joseph-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Michael Küßner und dem Bonner Schauspieler Olaf Sabelus.

Zahlreiche Balladen, wie „Nis Randers“ von Otto Ernst oder Goethes „Erlkönig“, standen im Mittelpunkt von gut 60 Minuten Lyrik und Musik. Hinzu kamen Frühlingsgedichte und Heiteres von Erhardt bis Morgenstern. Lehrer Michael Küßner gab den Zuhörern, darunter viele Bewohner des Bonifatiushauses eine kurze Einführung zum Leben der Verfasser Fontane, Schiller und Erhardt. Auch Schauspieler Olaf Sabelus zeigte, während er sich frei im Raum bewegte, mit welcher Kraft man Gedichte rezitieren kann. Dazu spielte ein Instrumentalensemble unter Leitung von Küßner kleine Intermezzi.

Sabine Post dankte den Unterstützern der diesjährigen Lyriktage, der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG, der Provinzial-Versicherung und dem Sanitätshaus Rekamed. Der traditionelle Auftakt durch diese Art der Veranstaltung „Alt trifft Jung“ soll nicht nur Generationen zusammenführen, sondern für die Siebtklässler immer auch eine Motivation sein, sich besonders intensiv mit der Rezitation von Schulbuchgedichten auseinanderzusetzen. Das Coaching durch Schauspieler Sabelus im Vorfeld ist dabei jeweils Teil des Projekts. Als „Gage“ nahm Klassensprecherin Pia Glinka stellvertretend einen Büchergutschein der Buchhandlung Kayser über 50,00 Euro entgegen.

Die Einrichtungsleiterin Monika Franke-Gaydoul verabschiedete die Mädchen mit den Worten: „Ihr habt uns und unseren Bewohnern so große Freude gemacht. Kommt bald wieder.“

Helden-Helfer-Schicksale - Lyriktage 2016

Auftaktveranstaltung der Lyriktage Rheinbach

Der Verein RHEINBACH LIEST beginnt in diesem Jahr seine fünften Lyriktage mit einer Auftaktveranstaltung der besonderen Art.

„Helden-Helfer-Schicksale“ lautet der Titel der Lesung klassischer Balladen und Gedichte im Bonifatiusheim, Schweitzer Straße 2 in Rheinbach.

Unter dem Motto „Jung trifft Alt“ haben sich Schülerinnen der Klassen 7a des St. Josef-Gymnasiums Rheinbach zusammengetan und präsentieren uns Gedichte, Balladen und Lieder voller Frühlingsfreude, Kraft und Humor- von Busch über Fontane und Mörike bis hin zu Rilke. Vorbereitet werden die jungen Stimmen von ihrem Lehrer, Herrn Küßner und dem Schauspieler Olaf Sabelus, der auch selbst zeigen wird, wie gut er rezitieren kann.

Die Veranstaltung findet statt am 03. Juni 2016 und beginnt um 16:00 Uhr. Für Heimbewohner ist der Eintritt frei, Angehörige und auswärtige Besucher zahlen 5,00 Euro.

Als weitere Veranstaltungen der Reihe „Lyriktage Rheinbach“ erwarten uns am  Montag, den 06. Juni 2016 eine Textprobe „Lyrik spezial“ in bewährtem Format diesmal bei Optik Sichtweise, Hauptstraße 55 in Rheinbach. Beginn 19:30 h, Eintritt 5,00 €, ermäßigt 3,00 €. Wer mindestens 14 Jahre alt ist und mitmachen möchte, melde sich bitte an unter This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. an.

Abgeschlossen wird die Veranstaltungsreihe schließlich mit dem Höhepunkt, der etwas anderen Lesung von Schillers Räubern am Samstag, den 11. Juni 2016 im Pfarrzentrum St. Martin Rheinbach. Stefan Tacke-Unterberg präsentiert seine Interpretation des Werkes auf sehr spritzige aber auch dramatisch abenteuerliche Art. Beginn der Lesung: 19:30 h, Eintritt  8,00 €, ermäßigt 6,00 €.

Karten im Vorverkauf gibt es für alle Veranstaltungen in der öffentlichen Bücherei St. Martin und der Buchhandlung Kayser in Rheinbach.

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