„Adressat unbekannt“ - Ein vergessenes Buch wider das Vergessen

Gut 60 Besucher folgten der szenisch-musikalischen Lesung „Adressat unbekannt“ in der ehemaligen Aula des VPK-Kollegs.

„Kaum zu glauben, dass dieses großartige Buch mit diesem so wichtigen Thema so lange in Vergessenheit geraten war und erst 2001 in Deutschland erschien“, urteilte Dr. Monika Ballin-Meyer-Ahrens von der Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Stiftung hatte die Lesung der Briefnovelle der Amerikanerin Kressman Taylor aus dem Jahr 1938 finanziert. In der Tat war es beeindruckend, wie sich in dem harmlos beginnenden Briefwechsel zwischen einem jüdischen Kunsthändler und seinem nach Deutschland zurückgekehrten Freund in kürzester Zeit ein menschliches und spannendes Drama vor dem historischen Hintergrund der Machtergreifung der NSDAP entwickelt. Nicht umsonst spricht Elke Heidenreich von einem „kleinen Meisterwerk“.

Als Sprecher glänzten Axel Gehring, Kulturpreisträger des Rhein-Erft-Kreises, und Michael Mombaur, Stellvertretender Schulleiter am Sankt-Michael-Gymnasium Euskirchen. Klezmer-Klarinettist Bernd Spehl sorgte mit  musikalischen Improvisationen für das eindringliche Nachwirken des Gelesenen. Das Publikum lauschte gebannt und spendete nach intensiven 70 Minuten lang anhaltenden Applaus.

Zusammen mit dem „Freundeskreis Pallotti-Straße-1“ waren wir als lokale Veranstalter mit der Resonanz sehr zufrieden. Auf einem Büchertisch der Buchhandlung Kayser konnte man eine Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur zu den Themen Judenverfolgung, Rassismus, Zivilcourage, Migration und Rechtsradikalismus begutachten.
Der Erlös des Abends aus eingesammelten Spenden und dem Getränkeverkauf wird für die Anschaffung von entsprechenden Buchpaketen für die weiterführenden Rheinbacher Schulen verwendet. Ralf Eschweiler vom Freundeskreis befand: „Das war wieder eine gelungene Veranstaltung, die uns vor Augen führt, welches Schmuckkästchen die ehemalige Aula ist.“ Unser 2. Vorsitzender Gerd Engel bedankte sich bei den Hausherren, Künstlern und Initiatoren, insbesondere der Friedrich-Naumnan-Stiftung, für die Chance, eine anregende Kulturveranstaltung „auf dem Silbertablett“ überreicht zu bekommen, mit der „wir zugleich die Finanzierung für die nächste gute Sache angehen können.“

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