Leseduett mit Bürgermeister - Lesewiese 2018

Zum Start der Lesewiesen-Saison im Rheinbacher Freizeitpark kamen zahlreiche Besucher bei strahlendem Wetter auf das Gelände der Minigolf-Anlage. Am Abend unterhielt die Lesebühne „Stuss mit Lustig“ im Café Park Plätzchen die Besucher.

Lesen und Vorlesen unter freiem Himmel, kostenfrei und öffentlich - dieser Gedanke beseelt die Aktiven von „Rheinbach Liest“ seit der Gründung des Vereins im Jahr 2011. Das bundesweit einzigartige Projekt einer stationären „Lesewiese“ gehört mittlerweile zum festen Erscheinungsbild des Freizeitparks und beeindruckt auch die zahlreichen auswärtigen Besucher. Die Bemühungen in Rheinbach, das Lesen und die Buchkultur zu fördern, werden hier besonders sichtbar.

Zur Eröffnung hatte das Lesewiesen-Team die Outdoor-Möbel und Bücherkisten zusammengerückt. Als prominente Vorleser nahmen Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz und die Bezirkssiegerin beim Bundesweiten Vorlesewettbewerbs, Victoria Schaay, Platz. In der ausgewählten Geschichte sucht eine ideenreiche Maus einen dicken, muffeligen Bären zu seiner Geburtstagsparty zu überreden. „Die ideale Rollenverteilung liegt ja auf der Hand“, frotzelte RL-Vize Gerd Engel.

Neben zahlreichen Familien hatten sich auch SPD-Ratsfrau Birgit Formanski und ihr Fraktionsvorsitzender Dietmar Danz eingefunden, um dem gut funktionierenden Duo zu lauschen. Nach einer Zugabe gab es für alle Kinder Pixi-Bücher und Leseposter. „Mir macht das Vorlesen immer wieder Spaß“, so Stefan Raetz und wünschte zugleich Victoria viel Glück.

Diese bereitete sich nämlich auf der Terrasse des Café Park Plätzchen, noch auf den NRW-Entscheid vor. „Ich muss spätestens übermorgen den Titel meines Wahltextes an den Veranstalter in Bochum faxen“, so die 11-jährige inmitten ihrer Buchauswahl.

Am Abend gab die Lesebühne „Stuss mit Lustig“ an gleicher Stelle ein Gastspiel. Gerd Engel las von seinen alten Mix-Kassetten, die mittlerweile „auf WDR 4 zu hören seien“ (leider uncool) und besang, begleitet von Dirk Plücker am Klavier, seine unerwiderte Liebe zur amtierenden Bundesverteidigungsministerin. Julius Esser (Brühl) berichtete von seinen Baumarkterfahrungen und huldigte dem heimatlichen Dorf. Johannes Engel (Erftstadt) hatte sich in humorvollen Gedichten der Ehe angenommen. Gastleser Robert Bude aus Buschhoven las aus einer sexual-medizinischen Dissertation von dem, was ein „Kobold“-Staubsauger bei leichtsinnigen Männern so anrichten kann und versuchte sich später mit sichtlicher Freude und gekonntem Gitarrenspiel am heimlich bewunderten Genre des Ballermann-Hits. „Das war eine tolle Mischung und höchst unterhaltsam“, lobte Besucher Philipp Fröhlich aus Swisttal die selbsternannte „zweitbeste Lesebühne der Welt“.

„Unser Dank geht an das Parkplätzchen-Team“, sagte RL-Vize Gerd Engel am Ende des Abends, „ohne das unsere LESEWIESE nicht machbar wäre.“ Die Mini-Golf-Wiese ist jeden Tag geöffnet, der Zugang ist frei. Am Ende der Sommerferien soll es wieder eine feste tägliche Vorlesezeit geben.

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