Geschenke sind toll und auspacken so aufregend...

Bücher auszupacken ist so aufregend!

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat Rheinbach liest e.V., der Verein zur Förderung der Lesekultur, einige Projekte auf den Weg gebracht. Eines davon ist die „Bücherüberraschung“. Die Idee bei der Bücherüberraschung ist so einfach wie überzeugend: Gut erhaltene Kinder- und Jugendbücher über das Jahr sammeln, verpacken und in der Adventszeit verschenken. Daraus hatte sich schnell der Buchadventskalender entwickelt. Die Projektbeauftragte Karin Gehlen-Düring: „Unser Team sortiert die Bücher vor. Lehrer und Erzieher helfen anschließend mit. Sie wählen aus unserer Zusammenstellung aus und übernehmen auch das Verpacken. Auf diese Weise findet jedes gespendete Buch genau das richtige Kind.“

So beispielsweise in der 1. Klasse der Grundschule in Flerzheim. Lehrerin Helene Macko nahm sich jeden Schultag Zeit für das Adventsritual: Die Kerzen am Adventskranz anzünden, eine Geschichte vorlesen und dann einen Stern ziehen, der verriet, wer mit dem Buch aus dem Adventskalender an der Reihe war. Das Ziehen und gemeinsame Auspacken war spannend und geheimnisvoll und ihre 27 Erstklässler liebten es. Die Bücher hatte die junge Lehrerin von Rheinbach liest e.V. zur Verfügung gestellt bekommen und an einem Wochenende in der Schule für jedes Kind passend ausgesucht und liebevoll verpackt. Ein wenig Aufwand, der aber wichtig war. Die gut erhaltenen gebrauchten Bücher aus Spenden und Flohmarkt-Aufkäufen wurden nun wieder kostbar. Jedes Kind ihrer Klasse brachte an einem Tag in der Adventszeit ein Buch mit nach Hause, das ab sofort ihm gehörte. Die Verführung zum Lesen oder Vorlesen hätte kaum größer sein können.

Helene Macko: „Wenn ich sehe, wie die Kinder sich jeden Tag auf das Buch aus dem Adventskalender freuen, dann hat sich die Mühe gelohnt. Meine Kinder eignen sich gerade die Welt der Schrift an. Sie sollen lernen, Bücher zu schätzen und zu lieben. Der Buchadventskalender hilft dabei sehr.“

Ein Beispiel gefällig? Ihr Schüler Fynn hatte am 5. Dezember das Vor- und Erstlesebuch „Wo ist das Ende der Welt?“ von Tobias und Nicole Aufmkolk ausgepackt. Das Buch stammte aus einer privaten Großspende - Ein Wäschekorb voll! - eines Vereinsmitglieds, sah aus wie neu und wurde von allen Klassenkameraden bestaunt.

Das Team um Karin Gehlen-Düring vom Verein Rheinbach liest e.V. dankt allen Spendern, die sich durch Geld- oder Buchspenden mit der Aktion verbunden haben. Gehlen-Düring: „Wir haben in diesem Advent mit der Unterstützung der Rheinbacher in annähernd 50 Buchadventskalendern weit über 1000 Bücher einen neuen Besitzer verschafft. Auch bei der Rheinbacher Tafel waren wir vor Ort. Jedes Buch steht für die Chance das beschenkte Kind glücklich zu machen und zum Lesen zu verführen.“

Die Mehrzahl der Kalender wurden in den fünf Rheinbacher Grundschulen geordert, aber auch zahlreiche Kitas und auch Klassen der Weiterführenden Schulen machten mit. Christiane Bröckelmann, Mitglied bei Rheinbach liest e.V. und Lehrerin einer vierten Klasse an der GGS Sürster Weg, möchte den Kalender auch nicht mehr missen: „In der Vergangenheit habe ich immer viele Bücher gespendet und jetzt konnte ich live erleben, welche Freude sie bereiten.“ Die 8-jährige Yvonne aus Flamersheim fand den Namen  des Vorbesitzers im Buch, ihre Freundin Sophie gar eine Widmung. Sie fand das sogar aufregend, weil sie sich richtig vorstelle, „wie das Kind, dem das Buch einmal gehört hat, wohl aussieht“. Auch 2017 soll es die Bücherüberraschung wieder geben.

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