Diner en blanc wird „kulturinarisch“

Das Weiße Dinner zu dem wir am Donnerstag, den 29. August ab 19:00 Uhr in der Weiherstraße, zusammen mit der Togo-Hilfe öffentlich einladen, bekommt nun noch ein interessantes „kulturelles und kulinarisches Upgrade“.

Michael Firmenich von der Rheinbacher Togo-Hilfe und Gerd Engel von uns suchten als verantwortliche Initiatoren in den vergangenen Wochen intensiv nach einem Farbtupfer für die Rheinbacher Ausgabe des weltweit beliebten „Diner en blanc“. Im Prinzip geht es ja nur um ein geselliges öffentliches Picknick für einen guten Zweck. Die Teilnehmer – zumindest oberhalb der Tischkante – in weiß gewandet decken die bereitgestellten Tische festlich ein und probieren sich gemeinsam durch die mitgebrachten Köstlichkeiten. Soweit die Basisversion. In Rheinbach gab es zuletzt auch Musik und Gesang – „einfach, weil’s dann noch schöner wird“ - und auch diesmal wurden die beiden in Sachen Kultur fündig, und zwar im eigenen Umfeld: Das Rheinbacher Musiktrio „dirkundich“ (Dirk Plücker, Jan-Paul Kalka und Gerd Engel) spielt das ein oder andere Volkslied und „Selbstverschuldetes“ zum Zuhören und Mitsingen.
Unverhofft kam nun noch ein weiterer Farbtupfer hinzu. Die aus Togo stammende Ehefrau des Bonner Honorarkonsuls Knops aus Bonn hatte von dem Weißen Dinner in Rheinbach erfahren und dem engagierten Togo-Helfer ein „Angebot gemacht, zu dem ich nicht Nein sagen konnte“, so Michael Firmenich. „Sie kocht für uns westafrikanische Spezialitäten. Und da alle wissen, wie gut Erdnusssoße schmeckt und wie sie sättigt, empfehle ich allen Besuchern, die eigenen Köstlichkeiten vom Umfang her um 50 Prozent zu reduzieren.“ Im Mittelpunkt wird bei allem aber das ungezwungene Gespräch stehen und natürlich die gute Sache. Die Teilnehmenden werden nämlich zu einer Spende aufgerufen, die sich die beiden Vereine für ihre gemeinnützige Arbeit teilen wollen.
Die Togo-Hilfe wird ihren Anteil für den laufenden Ausbau des dritten Ausbildungszentrum verwenden, wir sammeln für das finanzielle Fundament der Aktion „Bücherüberraschung“.

Anmeldungen für das Weiße Dinner nimmt Gerd Engel unter der Emailadresse This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. entgegen. „Aber auch Kurzentschlossene werden bei uns noch ein Plätzchen finden“, versichern die beiden Vereinsaktiven. Los geht es ab 19:00 Uhr an der Einmündung zur Hauptstraße vor dem Optik-Fachgeschäft von Beatrice Firmenich.

Vorlesen auf Rheinbachs LESEWIESE

Bei der Vorlesezeit im Rheinbacher Freizeitpark machen Bürgermeister Stefan Raetz und Schauspielerin Christina Stephan den Anfang. Start ist am 17. August.

Unsere LESEWIESE auf dem Mini-Golf-Gelände im Rheinbacher Freizeitpark ist während der ganzen Außensaison ein beliebter Anziehungspunkt für Familien aus der Region. Am Ende der Sommerferien vom 17. bis 26. August wird dort wieder jeden Tag ab 17:00 Uhr vorgelesen. Etwa eine halbe Stunde kommen Ehrenamtliche des Vereins und weitere Leseenthusiasten, um für Kinder von 3-5 bzw. 6-11 Jahren vorzulesen. Das Angebot ist kostenlos und findet bei jedem Wetter statt, denn das an der Mini-Golf-Wiese beheimatete „Café Park Plätzchen“ verfügt über eine überdachte Außenterrasse und gemütliche Innenräume.

Zum Start am 17. August liest Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz. Am 18. August kommt dann Schauspielerin Christina Stephan auf die LESEWIESE. Christina Stephan ist Mitgründerin des jungen Theaterensembles „Rampenwutz“, das ab dem 23. August an zwei Wochenenden mit der Eigenproduktion „Der wundervolle Zauberer von Oz“ auf der benachbarten Freilichtbühne des Freizeitparks gastiert. Auch die Rheinbacher Schülerin Victoria Schaay, die 2018 den Bundesweiten Vorlesewettbewerb gewann, übernimmt einen Vorlese-Termin und zwar den 21. August.

Wer sich für die Rolle des Vorlesers bzw. der Vorleserin interessiert, kann sich melden bei Gerd Engel unter der Emailadresse This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Das Team vom „Café Park Plätzchen“ unterstützt die Vorleseaktion auch in diesem Jahr mit täglich zehn Eisgutscheinen, die unter den zuhörenden Kindern verlost werden.

„Die Idee des unkomplizierten öffentlichen Lesens und Vorlesens unter freiem Himmel begleitet uns seit der Gründung von Rheinbach Liest im Jahr 2011“, so unsere 1. Vorsitzende Monika Flieger. „Mit der LESEWIESE haben wir ein deutschlandweit beachtetes Projekt aufgebaut und immer weiter entwickelt.“

Junge Geschichtenwanderer im Merzbacher Wald

Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten bei der „Geschichtenwanderung“ von Eifelverein und uns an den Haltepunkten Auszügen aus ausgewählten Kinderbüchern. Auch die Einkehr im Lesegarten von Christiane Stockmanns in Neukirchen ist gute Tradition.

Die Idee bei der „Geschichtenwanderung“ für Familien ist denkbar einfach: Beim Wandern reichlich Pausen machen und währenddessen vorlesen. „Ich versuche die Textstellen aus beliebten Kinderbüchern passend zu den Haltepunkten auszuwählen“, erklärt Gerd Engel, von Beruf Grundschullehrer, Mitglied im Eifelverein und ehrenamtlich für uns aktiv. „In diesem Jahr waren ausschließlich Neulinge dabei. Deswegen konnte ich teils auf Material zurückgreifen, dass ich in den Vorjahren schon erfolgreich erprobt hatte.“

Los ging es auf der Wiese in der Nähe des Wanderparkplatzes mit dem ersten Band von „Snöfrid aus dem Wiesental“ (Andreas H. Schmachtl). Snöfrid soll Prinzessin Gunilla aus den Fängen der Nordland-Trolle befreien, trifft aber gleich zu Beginn auf eine kleine Nervensäge, die noch nicht mal ihren eigenen Namen kennt. „Das kann ja heiter werden!“, las er schmunzelnd und sollte Recht behalten.

Kaum im Wald, an der einzigen nennenswerten Wasserstelle, die Wanderführerin Elsbeth Bois, ausfindig machen konnte, fieberten die Vor-und Grundschulkinder, mit Ronja Räubertochter mit, die nach Jahren in der dunklen Mattisburg ihre erste Begegnung mit der Natur hat. „…hoch über ihr rauschten die Bäume. Sie guckte hinauf und lachte leise, weil es sie gab“, klingt es in Lindgrens poetischer Szenenbeschreibung und auch die Bäume im Merzbacher Wald rauschten – als hätten sie zugehört. Dreißig Augenpaare blickten stumm nach oben. Ein magischer Moment!

In einer Schutzhütte las Engel dann in „gut gemeintem Kölsch“ aus Rolli Brings Buch von Grimmschen Mundart-Märchen vor. Die Kinder sollten an den kurzen Lesestellen erraten, um welches Märchen es sich handelte. Und siehe da: Ob „Dä Wolf un die sibbe jung Jeißercher“, „Hans em Jlöck“ oder „Et Hännesje und et Grietche“, alle wurden zweifelsfrei erkannt.

Nach weiteren Geschichten-Stopps mit Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ und Pausewangs „Die Räuberschule“ fand man sich im Garten von unserem Mitglied Christiane Stockmanns ein. Der war für den Abend als Lesegarten hergerichtet worden. Einen halbstündigen Regen überbrückten Kinder und Erwachsene mit Brötchen und heißen Würstchen, bevor sie es sich mit den bereitgestellten Büchern beim Lesen und Vorlesen gemütlich machten. Wer wollte, durfte sich am Ende aus den Bücherkisten noch etwas für die Ferien ausleihen. Der Rückweg zum Wanderparkplatz wurde von den ausgeruhten Leseratten dann vorwiegend rennend zurückgelegt.

„Die Geschichtenwanderung gehört mittlerweile fest zum Jahresprogramm des Eifelvereins“, bestätigt Elsbeth Bois. „Sogar die Deutsche Wanderjugend interessiert sich für unser Konzept.“ Gerd Engel gefällt daran „die sich gegenseitig befruchtende Verbindung von Wandern, Naturerleben und Literaturgenuss. Der Termin am ersten Sommerferiensamstag und die Vorbereitungen sind für meine Frau und mich schon ein liebgewonnenes Ferienstartritual“.

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