„Ohne Probe ganz nach obe“

Glas. Geschichten. Gesang

Die Kölner Schauspielerin Eva Marianne Kraiss und ihr Wuppertaler Bühnenkollege Michael Baute sind Meister des Spontanlesens. Christian Padberg aus Bonn, alias „Dad’s Phonkey“, ist ein Stimmwunder, der aus Improvisationen geniale Musikstücke schafft – aus aller Welt, in allen Sprachen. Zusammen wollen sie am 4. Juli um 19:00 Uhr in Rheinbach – glasklar − „Ohne Probe ganz nach obe“. Unsere Sonderveranstaltung ist Bestandteil des Jubiläumsprogramms „70 Jahre Glasfachschule“ und „50 Jahre Glasmuseum“ und in dieser Form eine Premiere.

Eva Marianne Kraiss, in Rheinbach in Rufweite zum Glasmuseum aufgewachsen, machte ihre ersten Bühnenerfahrungen im Literaturkurs des Städtischen Gymnasiums. Die 38-jährige Schauspielerin bildet mit ihrem Bühnenpartner Michael Baute ein kongeniales Duo, das mit seiner Spontanlesung „Ohne Probe ganz nach obe“ regelmäßig das legendäre Kölner Literatur-Café „Goldmund“ in Platznot bringt. Die beiden verwandeln selbst staubtrockene Beiträge in etwas Besonderes: Pflegeanleitungen, Romanauszüge, Kinderklassiker, Gruselschocker, Comics, Rechnungen, Arztbriefe, Speisekarten – bei Kraiss und Baute wird alles Kunst. Und meistens lustig. Auch in Rheinbach lesen die beiden vor, was man ihnen spontan vor das Mikro legt. Es gibt nur zwei Bedingungen: Der Text muss unter sieben Minuten bleiben und einen Bezug zum Thema „Glas“ haben.

Christian Padberg, Künstlername „Dad’s Phonkey“, macht gleichsam „A-Capella-mit-sich-selbst“. Nur mit seiner großartigen Stimme und einer Loop-Station lässt der begnadete Autodidakt Musikstücke aller Art entstehen. Vom Schunkellied mit Blues-Einschlag bis zum Funky Jazz, vom Gregorianischen Männerchor über die Opernarie bis zum Alpenjodler auf Kölsch kann alles dabei sein. So wie er alle Musikstile beherrscht, macht er auch vor keiner Sprache halt, allerdings mit Wörtern, die man in keinem Wörterbuch findet. Jeder Song ist einmalig und nur für den Moment gemacht. Ob im Bonner Pantheon oder beim Rheinbacher Konfetti-Slam, ohne mehrere Zugaben lässt das Publikum „Dad’s Phonkey“ nicht von der Bühne.

Wir präsentieren „Ohne Probe … Glas.Geschichten.Gesang“ im Rheinbacher Autohaus RKH (Mercedes). Das Autohaus RKH und der seit 2013 in Rheinbach ansässige weltweit tätige Schrumpfschlauchhersteller DSG-Canusa unterstützen das kulturelle Rahmenprogramm des Rheinbacher Glasjubiläums und sind Partner dieser Sonderveranstaltung.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 9,00 € (ermäßigt 7,00 €, Abendkasse zzgl. 2,00 €) im RKH Autohaus (Mercedes) an der Meckenheimer Straße 12, in der Buchhandlung Kayser und im Kulturamt der Stadt Rheinbach, Himmeroder Hof (Glasmuseum).


Beachten Sie auch unsere Veranstaltungen bis Juli 2018

Rahn müsste schießen

Lieder und Literatur zur Weltmeisterschaft gibt es am 12. Juni ab 19:00 Uhr im Himmeroder Hof. Wir feiern die kleinen Geschichten rund um den Fußball und vergangene Weltmeisterschaften. Dazu gibt es im Überschwang der Nostalgie die guten alten WM-Lieder aus der Zeit, als die Spieler diese noch peinlich berührt mitsingen mussten. Der Eintritt ist frei.

„Über die Lieder, die seit 1974 Berti Vogts, Paul Breitner und andere mehr oder weniger enthusiastisch als kotelettenbewehrter Männerchor begleiten mussten, kann man sich gut lustig machen“, meint Jan-Paul Kalka, Gitarrist des Rheinbacher Liedermacher-Trios „dirkundichundjetztauchnochjan-paul“. „Das machen wir natürlich auch in gewisser Weise. Man kann sie aber auch einfach mal singen, ihre verborgene Schönheit entdecken und bei einem leckeren Kölsch tief den Zeitgeist inhalieren.“

Mit Dirk Plücker (Piano) und Gerd Engel kämpft er sich derzeit tapfer durch den Kanon der WM-Lieder und anderer Fußball-Schmankerl. „Wie würde Reinhard Mey etwa Fußball ist unser Leben singen?“, fragen sich die Hobby-Musiker. Das Ziel sei, so Plücker, „topfit und högscht fokussiert in die WM zu starten. Deswegen gibt es auch ein Probegrillen mit Stadionwurst und eine Panini-Tauschbörse.“ Letztere hatte Buchhändler Christoph Ahrweiler angeregt, der selbst ein unverbesserlicher Sammler der Klebebilder ist.

Wir wären froh, wenn sich viele Besucher „angemessen verkleiden“. Gewünscht werden alte Trikots und Fan-Outfit, besonders „wenn es in den Problemzonen schon etwas spannt.“ Denn wie rief Herbert Zimmermann bei seiner legendären Radioreportage so schön: „Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt!“ Na, denn …

Aber auch die normale Couch-Bekleidung des Fußballskeptikers wird „vom Ordnungsdienst akzeptiert.“ Für die Geschichten rund um das Thema Fußball sorgen die „Lupenreinen Amateure“ ein eigens für diese Veranstaltung gegründeter loser Zusammenschluss von Literaten und Vorlesern, darunter Florian Kalff, Julius Esser, Christina Köhler sowie Jörg & Christiane Bröckelmann.

Wer eine besonders interessante WM-Reliquie für den Ausstellungstisch mitbringt, wird mit einer Biermarke entlohnt. Das kann eine Sammlung Duplo-Bilder von 1998 sein, eine Langspielplatte von Peter Alexanders „Mexico, mi amor“ oder eine Vuvuzela von 2010. Hauptsache, wir haben etwas zu schmunzeln, können fachsimpeln und in Erinnerungen schwelgen.

Wer selber noch eine schöne Geschichte oder eine persönliche WM-Erinnerung beisteuern möchte, kann sich melden unter der Email This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Der Eintritt in den Himmeroder Hof ist frei, aber in der Halbzeitpause geht der Hut herum.

Leseduett mit Bürgermeister - Lesewiese 2018

Zum Start der Lesewiesen-Saison im Rheinbacher Freizeitpark kamen zahlreiche Besucher bei strahlendem Wetter auf das Gelände der Minigolf-Anlage. Am Abend unterhielt die Lesebühne „Stuss mit Lustig“ im Café Park Plätzchen die Besucher.

Lesen und Vorlesen unter freiem Himmel, kostenfrei und öffentlich - dieser Gedanke beseelt die Aktiven von „Rheinbach Liest“ seit der Gründung des Vereins im Jahr 2011. Das bundesweit einzigartige Projekt einer stationären „Lesewiese“ gehört mittlerweile zum festen Erscheinungsbild des Freizeitparks und beeindruckt auch die zahlreichen auswärtigen Besucher. Die Bemühungen in Rheinbach, das Lesen und die Buchkultur zu fördern, werden hier besonders sichtbar.

Zur Eröffnung hatte das Lesewiesen-Team die Outdoor-Möbel und Bücherkisten zusammengerückt. Als prominente Vorleser nahmen Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz und die Bezirkssiegerin beim Bundesweiten Vorlesewettbewerbs, Victoria Schaay, Platz. In der ausgewählten Geschichte sucht eine ideenreiche Maus einen dicken, muffeligen Bären zu seiner Geburtstagsparty zu überreden. „Die ideale Rollenverteilung liegt ja auf der Hand“, frotzelte RL-Vize Gerd Engel.

Neben zahlreichen Familien hatten sich auch SPD-Ratsfrau Birgit Formanski und ihr Fraktionsvorsitzender Dietmar Danz eingefunden, um dem gut funktionierenden Duo zu lauschen. Nach einer Zugabe gab es für alle Kinder Pixi-Bücher und Leseposter. „Mir macht das Vorlesen immer wieder Spaß“, so Stefan Raetz und wünschte zugleich Victoria viel Glück.

Diese bereitete sich nämlich auf der Terrasse des Café Park Plätzchen, noch auf den NRW-Entscheid vor. „Ich muss spätestens übermorgen den Titel meines Wahltextes an den Veranstalter in Bochum faxen“, so die 11-jährige inmitten ihrer Buchauswahl.

Am Abend gab die Lesebühne „Stuss mit Lustig“ an gleicher Stelle ein Gastspiel. Gerd Engel las von seinen alten Mix-Kassetten, die mittlerweile „auf WDR 4 zu hören seien“ (leider uncool) und besang, begleitet von Dirk Plücker am Klavier, seine unerwiderte Liebe zur amtierenden Bundesverteidigungsministerin. Julius Esser (Brühl) berichtete von seinen Baumarkterfahrungen und huldigte dem heimatlichen Dorf. Johannes Engel (Erftstadt) hatte sich in humorvollen Gedichten der Ehe angenommen. Gastleser Robert Bude aus Buschhoven las aus einer sexual-medizinischen Dissertation von dem, was ein „Kobold“-Staubsauger bei leichtsinnigen Männern so anrichten kann und versuchte sich später mit sichtlicher Freude und gekonntem Gitarrenspiel am heimlich bewunderten Genre des Ballermann-Hits. „Das war eine tolle Mischung und höchst unterhaltsam“, lobte Besucher Philipp Fröhlich aus Swisttal die selbsternannte „zweitbeste Lesebühne der Welt“.

„Unser Dank geht an das Parkplätzchen-Team“, sagte RL-Vize Gerd Engel am Ende des Abends, „ohne das unsere LESEWIESE nicht machbar wäre.“ Die Mini-Golf-Wiese ist jeden Tag geöffnet, der Zugang ist frei. Am Ende der Sommerferien soll es wieder eine feste tägliche Vorlesezeit geben.

made by adfacts . integrierte Kommunikation KG