Feinsliebchen Volkslieder und Gedichte

Ein großer Dichter aus Merzbach - der Rheinbacher Lyriker Wolfgang Bittscheidt hat seinen zweiten Gedichtband veröffentlicht und stellt ihn am 26. Mai um 18:00 Uhr in der Rheinbacher Gnadenkirche vor.

Titel und Untertitel von Wolfgang Bittscheidts neuer Gedichtsammlung lassen aufmerken: „Zeitenwende – Machtwechsel auf der Erde“. Hier ist, das merkt man deutlich, ein Lyriker am Werk, der sich Gedanken darüber macht, was „die Welt im Innersten zusammenhält“. Bittscheidt, der in Klein-Schlehbach im Rheinbacher Höhenort Merzbach seine Heimat gefunden hat, nimmt in unserer Welt Veränderungen wahr und zwar auf allen Ebenen. Sie reichen vom innersten  Bereich unserer menschlichen  Entwicklung über die kulturellen Verschiebungen bis hin zu  globalen  Einflüssen, denen wir vermehrt ausgesetzt sind.

Die Texte werden ergänzt von filigranen Zeichnungen des Mainzer Künstlers Reiner Zimmermann, der Wolfgang Bittscheidt seit der gemeinsamen Schulzeit nahesteht.

„Sein erster Band ‚Wohin es dich führt‘ war für mich schon große Wortkunst“, so Gerd Engel unser 2. Vorsitzender, der Bittscheidts literarisches Schaffen in den letzten drei Jahren verfolgt hat. „Auch in seinem neuen Werk zeigt der Dichter wieder sein großartiges Gespür für Rhythmus und sein Streben nach sprachlicher Eleganz und zugleich Prägnanz. Wolfgang Bittscheidt erschafft in lesenswerter Weise Bilder und Szenen von großer Eindringlichkeit, Kraft und Klugheit.“

Die Gedichte handeln von Missbrauch und Liebe, Hass und Vergebung, von Erkenntnis und Erleuchtung, verlieren, entdecken und finden.

„Und deswegen passen sie auch gut in den Rahmen unseres Volkslied-Konzerts“, findet Engel, der dem Rheinbacher Ensemble „Feinsliebchen“ angehört. „Auch in Volksliedern werden diese zentralen Themen der menschlichen Existenz ja in Verse und Melodien gefasst.“

Bei dem Feinsliebchen-Konzert am 26. Mai um 18:00 Uhr in der Evangelischen Gnadenkirche (Reihe: Musik in der Gnadenkirche) wird die Deutschlandfunksprecherin Anja Jazeschann eine Auswahl von Bittscheidts neuen Gedichten lesen. Der Autor ist anwesend und signiert im Anschluss an die Veranstaltung seine Bücher am Büchertisch.

„Zeitenwende“ (100 Seiten, kartoniert) ist erschienen bei BoD und in allen Buchhandlungen zum Preis von 9,99 € erhältlich.

Der Eintritt zum Konzert bzw. zur Lesung ist frei. Am Ausgang werden Spenden, u.a. für ein Leseförderprojekt von Rheinbach Liest, erbeten.

„Adressat unbekannt“ – musikalisch-szenische Lesung im VPK

Am 24. Mai um 19:30 Uhr laden wir ein in die Aula des ehemaligen Vinzenz-Pallotti-Kollegs zu einer musikalisch-szenischen Lesung von Kressmann Taylors Briefnovelle aus dem Jahr 1938. Der Eintritt ist frei.

Die literarische Vorlage „Adressat unbekannt“ ist nur ein schmaler Band: Er enthält einen kurzen Briefwechsel, der im Jahr 1932 zwischen zwei deutschen Freunden stattfindet. Der eine ist Jude und lebt in Los Angeles, der andere zieht von Amerika nach Deutschland und gerät in den Sog der Nazi-Ideologie. Das lange vergessene kleine Buch „Address unknown“ aus dem Jahr 1938, in Amerika ein riesiger Erfolg, erschien 2000 erstmals in Deutschland und wurde u.a. von Elke Heidenreich wiederentdeckt. „Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen“, schrieb die Literaturkritikerin der deutschen Übersetzung bei Rowohlt seinerzeit ins Vorwort und nennt die Novelle „ein kleines Meisterwerk“.

Auf die Bühne gebracht wird das Buch in einer 70-minütigen musikalisch-szenischen Lesung u.a. von dem Ex-Pallotti-Schüler Michael Mombaur, der sich als Geschichtslehrer in Bad Münstereifel im Bereich der Erinnerungskultur besonders engagiert. An seiner Seite sind Theatermann Axel Gehring und der Profi-Klarinettist Bernd Spehl, der u.a. in den Klezmerensembles „A Tickle In The Heart“ und „Klezmer Alliance“ aktiv ist.

Das Buch und seine Inszenierung eignen sich wegen seiner Prägnanz und den aufgeworfenen moralischen Fragen in Bezug auf Freundschaft, Verblendung, Schuld und Rache schon für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren.

Der Veranstaltungsort ist nicht zufällig gewählt. „Ich habe hier in der Aula des VPK viele tolle Sachen erlebt, aber auch meine Abi-Geschichtsklausur über Bismarck versemmelt“, so Michael Mombaur. „Als Mitglied des Freundeskreises Pallottistraße 1 möchte ich mithelfen, diesen Ort noch möglichst lange für Kultur lebendig zu erhalten.“

Wie bekannt, ist das Ensemble aus Kirche und Aula vom Abriss bedroht und wird derzeit unter dem Titel „VPK – Viel Platz für Kultur“ u.a. von Theatergruppen des Sank-Joseph-Gymnasiums genutzt und ist Schauplatz öffentlicher Kulturveranstaltungen wie Benefiz-Konzerte und Literatur-Formate, wie der Rheinhexenslam und die BücherStimmen.

Durch die finanzielle Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung können wir den Abend bei freiem Eintritt anbieten. „Wir lassen aber den Hut herumgehen, um Spenden zu sammeln für kindgerechte Literaturpakete aus dem Bereich Menschenrechte und Erinnerungskultur“, hat unser Vorstands-Vize Gerd Engel angekündigt.


Veranstaltungsort: Vereinshaus des Eifelvereins Rheinbach, Neukirchener Weg 11


Beachten Sie auch unsern aktuellen Flyer mit Veranstaltungen bis Mai 2019.

Erschossener Pfau und knurriger Darwin

Die BÜCHERSTIMMEN boten rund 110 Literaturfreunden im „Viel Platz für Kultur“ (VPK) beste Unterhaltung mit interessanten Gästen, anregendem Gespräch, Lesung und Musik.

„Die BücherStimmen sind ein tolles Format“, urteilte Landstürmer Thomas Spitz, der letzte Bühnengast, am Ende des Abends. Dass der Abend unterhaltsam und anregend war, lag an ihm und den anderen Bücherfreunden, die nicht nur leidenschaftlich für das mitgebrachte Buch warben, sondern im Gespräch mit dem Moderatoren-Duo, Buchhändlerin Christel Engeland (Buchhandlung Kayser) und Rheinbach-liest-Vize Gerd Engel, auch über ihr Leben als Leser und Mensch plauderten.

Die Rheinbacher Musikagentin Luzia Fecke hatte „Und Marx stand still in Darwins Garten“ von Ilona Jerger mitgebracht. In der amüsanten Lesestelle konnte WDR-Sprecher Martin Groß den Begründer der Evolutionstheorie und seinen Leibarzt über die Unverständlichkeit von „Das Kapital“ wunderbar knurren  lassen. Ex-VPK-Schüler Michael Mombaur zeigte dem Publikum die Ecke im Raum, wo er die schlechteste Geschichtsklausur seines Lebens geschrieben habe („Über Bismarck und ausgerechnet im Abitur“). Der künftige Schulleiter des Marien-Gymnasiums in Euskirchen ist trotzdem Geschichtslehrer geworden und hat die Erinnerungskultur zu einem Schwerpunkt seines pädagogischen Engagements  gemacht. Sein Buch des Abends war „Stella“ von Takis Würger, einem im Feuilleton heiß diskutierten Roman mit der deutschen Jüdin Stella Goldschlag als eine der Hauptfiguren. Dieses Buch sowie die gleichnamige Biographie des Amerikaners Peter Wyden waren in der Pause auch ein besonderer Anziehungspunkt am Büchertisch der Buchhandlung Kayser.

In der zweiten Halbzeit führte die Leiterin der VHS/Musikschule Voreifel, Dr. Barbara Hausmanns, gekonnt in die satirisch überzeichnete Welt einer aus dem Ruder laufenden Team-Building-Maßnahme in einem schottischen Schloss ein. Im Mittelpunkt der Krimi-Parodie steht die mühsame Entsorgung eines erschossenen Pfaus („Der Pfau“ von Isabel Bogdan), die ausgewählte Lesestelle eine war eine Steilvorlage für WDR-Sprecherin Regina Münch, die dem Publikum ein Dauergrinsen auf das Gesicht zauberte. Thomas Spitz, den viele im Publikum als Landstürmer, Mitglied der Tanzgruppe „Mollypopps“ oder auch als Moderator bei großen Veranstaltungen kennen, schockierte zunächst HSV-Fan Martin Groß mit einer Stofftasche des FC Sankt Pauli. Darin befanden sich Bücher von seinem Nachttisch, die sein Leseverhalten charakterisieren sollten. Im „Druckwerk-Duell“, dem traditionellen Schlusspunkt des Abends hatten Christel Engeland und Gerd Engel nun die Aufgabe ihm ein passendes Buch ans Herz zu legen. Letzterer legte mit Horst Evers‘ Geschichtensammlung „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ vor. Engeland konterte mit Frank Goosens neuem Roman „Kein Wunder“. Der Landstürmer entschied sich letzlich für die pointenreichen Lesebühnentexte von Horst Evers und ermöglichte Engel den 2:3-Anschlusstreffer im seit 5 Jahren andauernden „Duell“ -

Musik ist elementarer Bestandteil der „Bücherstimmen“, die seit 2013 von Rheinbach liest und dem Rheinbacher Kulturamt veranstaltet werden. Der diesjährige Musiker, Jens Kratzenberg, am Flügel, riss das Publikum mit Stücken wie „Piano Man“ von Billy Joel und „Don’t stop me know“ von Queen zu Beifallsstürmen hin. Zum Gelingen des Abends trug auch wieder die sehr gelungene Lichtgestaltung von Harald Scherer (4events) bei, die die herrlichen Buntglasfenster der ehemaligen und vom Abriss bedrohten Schulaula zum Leuchten brachte. „Unser Dank gilt auch den finanziellen Unterstützern Optik Schulz und dem Waldhotel, sowie allen Kooperationspartnern“, erklärte RL-Vorsitzende Monika Flieger nach kurzweiligen zweieinhalb Stunden. Weiter Infos unter rheinbach-liest.de

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