Vorlesekunst und Trommelwirbel

Bei „Afrika - der literarische Kontinent“ im Optiker-Geschäft Firmenich brillierte Anika Brockmann als Vorleserin

Selten übersetzt und immer noch schwer verkäuflich – diese beiden Merkmale afrikanischer Literatur schreckten weit über 40 Besucher im bis zum letzten Platz gefüllten Laden von Optiker Michael Firmenich nicht ab. Und sie wurden für ihr Interesse reich belohnt. Vier Lesestücke hatte die kleine Arbeitsgruppe RHEINBACH LIEST ausgewählt. Corinna Schulze-Quabis: „Die Auswahl sollte die stilistische und thematische Vielfalt der aktuellen afrikanischen Literaturszene widerspiegeln und aus verschiedenen Teilen des Kontinents kommen.“

Vom herb-wuchtigen Familienroman „Der dunkle Fluss“ aus dem Frühjahrsprogramm des Aufbau-Verlags, dem umjubelten Debut des nigerianischen Senkrechtstarters Chigozie Obiama, über die Gesellschaftssatire „Herr der Krähen“ des renommierten Kenianers Ngugu wa Thiong’o, bis zu den unterhaltsamen Abenteuern der botswanischen Privatermittlerin Mma Ramotswe reichte das Spektrum. Der sympathische Pallottinerpater Dieudonné aus Kamerun führte die Zuhörer mit Zwischenspielen auf dem Xylophon und der Trommel auch musikalisch auf den schwarzen Kontinent und bekannte, er habe „durchaus 70-80 Prozent verstanden“. Dann fügte er augenzwinkernd hinzu, beim nächsten Mal sollten doch, bitte schön, alle tanzen.

Besonders eindrucksvoll war die märchenhafte Erzählung „Yévi und die Prinzessin“, die die Bornheimer Rezitatorin Anika Brockmann teilweise szenisch vortrug. Mit dem Autor Senouvo Agbota Zinsou wurde die Brücke nach Togo geschlagen, denn der Erlös der Veranstaltung, über 250 €, kommt der Rheinbacher Togo-Hilfe zugute, nicht zuletzt, weil sich Anika Brockmann ihr Benefiz-freundliches kleines Honorar quasi in Naturalien bezahlen ließ. Hatte sie sich doch in eine der fair gehandelten Sonnenbrillen verliebt, die Michael Firmenich seit neuestem vertreibt.

Moderator Gerd Engel deutete auch im Namen der Kooperationspartner (Öffentliche Bücherei St. Martin und Buchhandlung Kayser) an, dass sich RHEINBACH LIEST eine weitere Auflage vorstellen könnte: „Die Fundgrube von Literatur aus und über Afrika ist noch lange nicht geleert und jedes Jahr kommen neue Perlen hinzu.“

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