„Stuss mit Lustig“ – die Geburt einer etwas anderen Lesebühne

Am 25. September um 19:30 Uhr präsentiert RHEINBACH LIEST im Ladenlokal von Optik Sichtweise erstmals eine Lesebühne. Diese Premiere ist gleich doppelt, denn die Kreativköpfe Julius Esser sowie Johannes und Gerd Engel geben mit ihrem Lesebühnenprojekt „Stuss mit Lustig“ zugleich ihr Debut.

Der Name der neuen Lesebühne ist Programm. „Stuss mit Lustig“ verrät, dass die drei Dichter ihr Publikum vorwiegend unterhalten wollen: gehobener Klamauk mit einem Höchstmaß an Betroffenheit und maximaler Lebenshilfe. Dabei kommt neben Selbstgeschriebenem auch Selbstgefundenes zu Wort. Und so wird am Rande die Frage beantwortet, wer längere Sätze konnte: Thomas Mann, Karl May oder doch Edmund Stoiber?

Alle drei sind in Rheinbach keine Unbekannten. Julius Esser aus Brühl ist, obschon mit seinen 27 Jahren der Jüngste, eine erfahrene Rampensau: Als Poetry-Slammer, Moderator und Buchautor mit eigener Kleinkunstbühne im Zülpicher „Siechhaus“ hat der einst der Bütt entstiegene Bummelstudent schon mehrere hundert Auftritte hinter sich, darunter beim Konfetti-Slam, dem Rheinhexenslam oder als Moderator der „Herzklopfen“-Gala.

Johannes Engel aus Erftstadt, lange Jahre beim Söderberg-Programm an der Seite von Lothar Tolksdorf aktiv, ist ein Meister gepflegter Verse in der Art von Heinz Erhardt, Robert Gernhardt und Eugen Roth. Der gebürtige Realschullehrer mit dem verschmitzten Lächeln hat vor drei Jahren mit seinem Solo-Programm „Engelsgeduldsfadenkreuzweise“ das Rheinbacher Publikum begeistert und ist regelmäßiger Gast der TextProbe.

Gerd Engel, der singende und lesende Teil des Rheinbacher Duos „dirkundich“, sorgt mit seinen kabarettistischen Texten für Lokalkolorit, Altersmilde und das hohe C. Sein Klavierpartner Dirk Plücker ist an diesem Abend auch an Bord. „Dirk soll immer dann in die Tasten greifen, wenn keiner lacht und notfalls einen Tusch spielen“, erläutert der Grundschullehrer, mit seinen 51 Jahren zu seinem „eigenen Entsetzen“ der Oldie des Trios, schmunzelnd „das grobe Konzept“. Ansonsten lautet der Fahrplan: „Jeder kriegt seine bekloppten 20 Minuten plus Zugabe. Zwischendurch schmeißen wir uns die Bälle gegenseitig zu. Und das Publikum darf mitfangen. Wenn es gar nicht läuft, machen wir Schokoladenwettessen. Aber es geht schon auch um Literatur. Hoffentlich.“

„Für Musik und Kleinkunst stelle ich mein Ladenlokal gerne zur Verfügung“, so Esther Grote, Inhaberin von Optik Sichtweise. Und das ist mit Klavier und fest installierter Mikrophonanlage bestens ausgestattet. „Bei unserem Debut nehmen wir keine Gage“, verspricht Julius Esser. „Das ist günstig, denn beim nächsten Mal verlangen wir mindestens das Doppelte. Schließlich sehe ich uns bei den Lesebühnen weltweit schon jetzt auf dem zweiten Platz. Tendenz nach oben.“ Der Erlös des Abends kommt der Aktion „Bücherüberraschung“ des Vereins zur Leseförderung zugute. „Bei 1000 Besuchern kommen möglicherweise mehrere tausend Euro zusammen“, rechnet der angehende Kulturwissenschaftler Esser vor und Johannes Engel (Mathe und Physik) assistiert wohlwollend: „Das wäre für mich persönlich die Untergrenze.“

Karten gibt es im Vorverkauf bei Optik Sichtweise, Hauptstraße 55, zum Preis von 5 € (Abendkasse 6 €).

Rheinbacher Lyriktage im Doppelpack

Gelungene Veranstaltungen für Jung und Alt am vergangenen Wochenende

Mit gleich zwei gut besuchten Veranstaltungen machte der Verein RHEINBACH LIEST e. V. am vergangenen Wochenende im Rahmen der Rheinbacher Lyriktage von sich Reden.

Ca. 80 Seniorinnen und Senioren mit ihren Angehörigen hatten sich am Freitag, den 24. April 2015 nachmittags im Malteser Seniorenheim in der Gerbergasse Rheinbach eingefunden, um an einer rundum kurzweiligen und abwechslungsreichen Lyriklesung teilzunehmen.
Schüler der Klassen 7a und d der Tomburg - Realschule Rheinbach hatten zusammen mit ihrer Deutschlehrerin Frau Tina Porath ein buntes Programm mit Balladen, Gedichten und Liedern voller Humor und frühlingshaftem Gefühl einstudiert. Unterstützt wurden sie dabei durch den Bonner Schauspieler Olaf Sabelus, welcher die jungen Stimmen der Schüler über mehrere Wochen fachgerecht auf ihren Auftritt vorbereitet und geschult hatte. Der Wahlbonner Olaf Sabelus hat sich ganz besonders der klassischen Literatur verschrieben, womit er diese Veranstaltung bereits zum dritten Mal maßgeblich prägte.

„Gar nicht mal so leicht“, stöhnten die Siebtklässler, die aber dennoch voll bei der Sache waren. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des Malteser Seniorenheims Marienheim:
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So wurde  zum Beispiel Fontanes Klassiker „Wer ist John Maynard“ ausdrucksvoll von drei Schülern interpretiert, die großen Applaus für Ihren Auftritt ernteten. Aber auch Texte zum Schmunzeln von Heinz Erhardt, Mozarts Pappageno und  Eduard Mörikes „Frühling, ja Du bist’s“ sorgten für heitere Stimmung im Publikum, das auch gern mit gesprochen und gesungen hat.

Am Sonntag, den 26. April ging es dann weiter mit der Kinderveranstaltung für Kinder ab 6 Jahren. Der Schauspielerin und Wortakrobatin Julia Torres in der Rolle des Schnatterrind fehlten doch glatt die Worte, so dass sie erst einmal tüchtig Buchstabensalat essen musste. Nicht einmal ihre treue Freundin Trudi, eine schüchterne Korbtruhe, kannte den Dieb des Wortschatzes, den sie beide so sorgsam hüteten. Also machten sie sich zusammen mit den Kindern auf die Suche und lernen Schüttelreime, Zungenbrecher und Unsinngedichte kennen. Sie fanden im Schmaus die Maus und ein Reittier, das von vorne wie von hinten gleich ausgesprochen wurde und besiegten am Ende den Zipferlake… Insgesamt auch hier ein voller Erfolg für RHEINBACH LIEST bei nahezu ausverkauftem Haus.

Mark Twains „Tagebuch von Adam & Eva“ in der Rheinbacher Gnadenkirche

Der Sonntagabend um 18:00 Uhr ist in Rheinbach regelmäßig der Termin für Konzerte in der Reihe „Musik in der Gnadenkirche“. Am 03. Mai wird es in Zusammenarbeit mit dem Verein RHEINBACH LIEST literarisch im Kirchenraum der rührigen Evangelischen Gemeinde. Das Thema passt einfach zu gut hierhin.

Was wäre, wenn Adam und Eva im Garten Eden Tagebuch geführt hätten? Mark Twain machte dazu bereits 1926 einen Vorschlag. Bei dem Autor der Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, genauer Beobachter menschlicher Schwächen, wird dies ausgesprochen humorvoll. Das satirische Kleinod namens „Das Tagebuch von Adam und Eva“ haben sich das Siegburger Schauspielerehepaar Julia und Nito Torres für ihre szenisch-musikalische Lesung ausgesucht. Nito, der auch als Musiker und Comedian erfolgreich ist, darf also um das urplötzlich aufgetauchte „merkwürdige Wesen mit den langen Haaren, das immer so viel redet“ auch mit Liedern werben. Am Ende der 60 Minuten steht eine der schönsten Liebeserklärungen der Literaturgeschichte.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

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